3 Melodien komponieren


Auf die Melodie des Liedes „Auf der schwäbsche Eisebahne“ einen neuen Text zu verfassen, wer traut sich das nicht zu? Zu Geburtstagen, Hochzeiten oder Jubiläen wird das häufig gemacht und jeder kriegt das hin, der seine Sprache einigermaßen beherrscht.

Aber zu einem Text eine Melodie erfinden! Ist das nicht zu viel verlangt?

Nein, die Kinder entwickeln eine innere Tonvorstellung – und deswegen werden sie auch Melodien erfinden können. Es gibt Texte, die „vertonen“ die Kinder sogar schon im Kindergarten, nämlich Abzählreime. Meistens intonieren sie auf Mi So La. (Denken Sie an den Jingle „Haribo macht Kinder froh“, der benutzt auch diese 3 Töne.)

Abzählreime haben eine rhythmisch weitgehend festgelegte Gestalt. Deswegen sind als Anknüpfungspunkt für uns besonders interessant. Nehmen wir als Beispiel: „Ich und Du, Müllers Kuh, Müllers Esel das bist Du!“ „Alle Welt“ rhythmisiert diesen Abzählreim so:Müllers Kuh 1

Die Kinder haben also schon ein Rhythmus zum Reim und müssen nur noch eine Melodie erfinden.

Beispiel : Abzählreim EINE KLEINE MICKY MAUS

Entscheiden Sie, ob Sie den Kindern den rhythmisch notierten Text vorlegen oder ob die Kinder in die leere Tabelle den Text selber rhythmisiert aufschreiben sollen. 

Eine kleine Micky Maus / zieht sich ihre Schuh aus / zieht sie wieder an / und Du bist dranMICKY MAUS 1

Welche Töne soll man nun nehmen?

Beim Spielen mit den Melodien haben die Kinder erlebt, wie eine Melodie entsteht, wie sie aus Melodiezellen wächst. Dabei haben sie mehr oder weniger unbewusst verinnerlicht,

  • dass gar nicht alle Töne verwendet werden, dass die Melodie immer nur aus einer Auswahl der Töne geformt wurden
  • dass die Töne verschiedene „Wertigkeiten“ haben, dass es einen Grundton gibt und dass dieser Grundton auf typische Weisen „angesteuert“ wird (Schlussfloskeln)
  • dass verschiedene Textabschnitte auf gleiche Melodiezellen gesungen werden können
  • dass Melodiezellen sequenziert werden können

und vieles mehr. Das klingt kompliziert, ist aber nur kompliziert, wenn man das theoretisch und bewusst lernen soll, ohne innere Tonvorstellung.

Wählen wir für die „kleine Mick Maus“ die Töne von Do bis La, wie bei Bruder Jakob. Ein Kind im zweiten Schuljahr – also noch „kindergartennah“- wird vielleicht so komponieren:MICKY MAUS 2

Ein anderes Kind will vielleicht bewusst nicht mehr „nach Kindergarten klingen“ und komponiert so:MICKY MAUS 3

 

 

 

 

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