Aufbauender Unterricht und „selber Melodien produzieren“ – vor 60 Jahren!

„.....dass die aktuelle Neurowissenschaft auf dem Gebiet der praktisch-pädagogischen Erfahrung bisher nicht mehr herausgebracht hat, als erfahrene Pädagogen schon wussten.“[1] An diesen Satz mußte ich denken, als ich kürzlich eher zufällig in der Bibliothek auf ein Buch des Schweizer Musikpädagogen Rudolf Schoch stieß mit dem Titel: Musikerziehung durch die Schule (Verlag Raeber &Cie., Luzern, 2. Auflage 1958). In diesem Buch sind alle wesentlichen Gedanken zum „relativen Tondenken“ Read more [...]

Wenn SOUND before SIGN, dann auch Solmisation

Stellen Sie sich einen musikpädagogischen Kongreß vor. In der Eröffnungsrede vor 300 Teilnehmern sagt der Referent: Zuerst sprechen und verstehen die Kinder, und dann lernen sie in der Grundschule lesen und schreiben. Eine klare, natürliche Reihenfolge. So sollte es auch mit dem Musikunterricht sein. Noten lesen hat nur dann Sinn, wenn damit eine musikalische Vorstellung verbunden ist. Die Aussage untermalt er mit einer Folie, und dann fordert der Referent als grundsätzliches Prinzip SOUND Read more [...]

Mit learning by doing Solmisation und Musik lernen starten

  Egal in welchem Alter wir starten wollen, in einer Seniorengruppe, bei Zwölfjährigen oder im zweiten Schuljahr – alle haben tief im Gedächtnis einen gemeinsamen Vorrat an Kinderliedern gespeichert. Alle meine Entchen oder Morgen kommt der Weihnachtsmann kennt jede und jeder. Nehmen wir als Beispiel Lisa, 8 Jahre alt. Wir sagen ihr:„Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne beginnt mit La, versuch es mal auf tabDo zu spielen.“ Lisa wird die Töne „zusammen suchen“ und in Read more [...]

Von der Gestalt-Wahrnehmung zur Solmisation

Die Klasse hat in den letzten Monaten die acht Lieder A, B, ... H gelernt. Die Lehrerin klatscht den Rhythmus des Liedes G – und schon nach Sekunden gehen die Finger hoch, die Kinder haben aus dem Rhythmus heraus das Lied erkannt. Das scheint nicht schwer zu sein und man muß das auch nicht extra üben. Wieso können die Kinder das? Die GESTALT der Melodie ist so charakteristisch, daß das Lied allein über die Komponente Rhythmus leicht erkannt wird. Es ist nicht üblich, dieselbe Übung auch Read more [...]

Goethe, die Kinder und die Solmisation

„Es hört doch jeder nur, was er versteht“ sagt Goethe in Maximen und Reflexionen.Was meint er damit? Akustisch hören wir auch das, was wir nicht verstehen. Aber wenn wir eine Aneinanderreihung von Tönen als Melodie hören, dann haben wir etwas verstanden. Dieses Verstehen baut sich im Kindesalter über die Kinderlieder auf. Und wenn die Pädagogik daran anknüpfend die Wahrnehmung schärft und schult, dann baut sich  Wissen und Verstehen auf und öffnet unseren „Hörkanal“ für immer Read more [...]

Sehen & Hören / Schätzen & Messen / Zirkel & tabDo

Bekommen Sie beim Betrachten des Dreiecks das Gefühl, daß die drei Seiten gleich lang sein könnten? Und das Rechteck? Sieht es nicht so aus, als sei es doppelt so lang wie breit? Um sicher zu sein, ob dieser Eindruck stimmt, müssen wir messen. Dazu benötigen wir keineswegs ein Maß wie cm oder inch. Es reicht ein Zirkel, denn wir wollen ja nicht wissen, wie lang die Strecken in der einen oder anderen Maßeinheit sind; wir wollen wissen, ob Strecken gleich lang sind oder doppelte Länge Read more [...]

Anschlußfähiges Lernen

Dem Wort Musikunterricht wird häufig ein Adjektiv beigegeben, um anzudeuten,  daß es im Unterricht gewisse Schwerpunkte geben soll. Zum Beispiel: erfahrungserschließende Musikerziehung / schülerorientierter Musikunterricht / handlungsorientierter Musikunterricht / aufbauender Unterricht. Wenn wir einen Schritt zurücktreten, dann wird deutlich, daß es allen Konzeptionen letztlich um zwei Dinge geht: Wir wollen die Schülerin/den Schüler da abholen, wo sie/er steht. daß mit dem Blick Read more [...]

Frontalunterricht aus gutem Grund – tabDo mit Beamer einsetzen

Es ist technisch gar kein Problem, das iPad mit einem Beamer zu verbinden und dann mit allen Kindern gemeinsam zu arbeiten. Eine Melodie nachbauen, die relative Solmisation erklären, Gehörübungen machen ….. all das läßt sich sinnvoll und effektiv durchführen. Auf diese Weise können Sie die Kinder mit tabDo vertraut machen: alle schauen auf die Leinwand und melden sich, wenn sie etwas beitragen wollen. So können wir z.B. gemeinsam eine Melodie nachbauen. Nehmen wir den Anfang von „Bruder Read more [...]

Die innere Tonvorstellung entwickeln – fächerübergreifend

Unbestritten: ohne die Entwicklung einer inneren Tonvorstellung ist das Unterrichten „drumherum“ ziemlich sinnlos, weil ein Kern fehlt, um den herum sich alles Weitere entwickeln kann. Und je mehr mit diesem Kern vernetzt wird, umso besser ist er verankert. Auf diesen Internetseiten habe ich eine überraschende mögliche Querverbindung entdeckt: http://www.physikforkids.de/lab1/versuche/glasmu/index.html http://www.spielundzukunft.de/spiele/kinder-entdecken-die-welt/entdeckenswertes-im-winter/1356-wassermusik Füllen Read more [...]

Sprache & Musik / Musik & Sprache / MUSILANGUAGE

Über das Verhältnis von Sprache und Musik haben schon Platon und Aristoteles nachgedacht und bis heute wird dieses Verhältnis immer wieder reflektiert. ! Die rasante Entwicklung der Kognitionswissenschaften eröffnet ganz  neue Möglichkeiten, die beiden Phänomene zu untersuchen. Hochinteressante Zusammenhänge präsentiert z.B. Steven Brown in seinem Artikel The „Musilanguage“ Model of Music Evolution ! http://neuroarts.org/pdf/musilanguage.pdf Steven Brown ist Direktor der „NeuroArts Read more [...]