Do Re Mi – erste Melodien entstehen

Stellen Sie sich Kinder in einem ersten Schuljahr vor, also rund 6 Jahre alt. Das Wetter ist gut und die Schule hat ein paar Sätze boomwhackers. Dann könnten Sie 3er-Do-Re-Mi-Gruppen zusammen stellen, die ausgerüstet sind mit C-D-E und F-G-A und E-F#-G#, also jeweils mit den ersten 3 Tönen einer Dur-Tonleiter. Diese 3-erGruppen sollen auf dem Schulhof komponieren! Wie? Indem sie mit den Tönen spielen und eine Melodie entstehen lassen. Allerdings brauchen die Kinder (normalerweise) noch Read more [...]

Hören – Sehen – Tasten – Solmisation

Ob ein Mensch ein Lied schön oder richtig singt, darum geht es im Folgenden nicht. Sondern darum, daß jeder Mensch ein Lied singen kann, sagen wir z.B. „Alle meine Entchen“ – und daß das mit der Notenschrift gar nichts zu tun hat. Wir können uns Texte merken, die wir nur gehört haben. Und genau so können wir uns eine damit verbundene Melodie merken. Modern ausgedrückt: das Gehirn besitzt eine Repräsentation von „Alle meine Entchen“ und kann das Lied jederzeit aktivieren. Jemand, Read more [...]

Verträgt sich relative Solmisation mit einem absoluten Gehör?

Immer mal wieder taucht in Diskussionen über das Für und Wider der relativen Solmisation die Frage auf: „Und was ist mit den Absolut-Hörern?“ Bevor wir die Frage erörtern, wie ist denn die zahlenmäßige Dimension?  0,01% der Bevölkerung in Europa und Nordamerika haben das absolute Gehör. Diese Zahl wird immer wieder genannt und ich denke, daß die Angabe stimmt, denn auch der Musikmediziner Prof. Altenmüller (Musikhochschule Hannover) nennt diese Zahl, z.B. in einer Sendung des Bayrischen Read more [...]

Solmisation hilft

Sie hören chinesisch und verstehen – nichts. Sie hören avantgardistische Musik und verstehen – nichts. Sie machen eine Fahrradtour, kommen nachmittags an einer Dorfkirche vorbei, die gerade 3 Uhr schlägt – und verstehen! Was heißt: Sie verstehen? Sie hören die Glocken viermal die gleiche Tonfolge für jedes Stundenviertel schlagen und dann kommen drei Schläge für die volle Stunde. Sie merken sich die Tonfolge und Sie können die Töne exakt benennen. Sie könnten einem Freud Read more [...]

Kognition, Solmisation und aufbauender Unterricht

Stellen wir uns eine erste Klasse vor, 4 Wochen nach Beginn des Schuljahres: Die Lehrerin singt den Kindern das Lied Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt `ne kleine Wanze vor. Schon beim zweiten Mal singen einige Kinder mit und nach kurzer Zeit können es alle. Dann erklärt die Lehrerin die Pointe dieses Liedes, daß nämlich in jeder Strophe ein Buchstabe weggelassen wird, bis die Worte „Wanze“ und „tanzen“ ganz verschwunden sind. Also: Wanze/tanzen  - Wanz/tanz - Wan/tan - Wa/ta - W/t Read more [...]

Aufbauender Unterricht und „selber Melodien produzieren“ – vor 60 Jahren!

„.....dass die aktuelle Neurowissenschaft auf dem Gebiet der praktisch-pädagogischen Erfahrung bisher nicht mehr herausgebracht hat, als erfahrene Pädagogen schon wussten.“[1] An diesen Satz mußte ich denken, als ich kürzlich eher zufällig in der Bibliothek auf ein Buch des Schweizer Musikpädagogen Rudolf Schoch stieß mit dem Titel: Musikerziehung durch die Schule (Verlag Raeber &Cie., Luzern, 2. Auflage 1958). In diesem Buch sind alle wesentlichen Gedanken zum „relativen Tondenken“ Read more [...]

Wenn SOUND before SIGN, dann auch Solmisation

Stellen Sie sich einen musikpädagogischen Kongreß vor. In der Eröffnungsrede vor 300 Teilnehmern sagt der Referent: Zuerst sprechen und verstehen die Kinder, und dann lernen sie in der Grundschule lesen und schreiben. Eine klare, natürliche Reihenfolge. So sollte es auch mit dem Musikunterricht sein. Noten lesen hat nur dann Sinn, wenn damit eine musikalische Vorstellung verbunden ist. Die Aussage untermalt er mit einer Folie, und dann fordert der Referent als grundsätzliches Prinzip SOUND Read more [...]

Mit learning by doing Solmisation und Musik lernen starten

  Egal in welchem Alter wir starten wollen, in einer Seniorengruppe, bei Zwölfjährigen oder im zweiten Schuljahr – alle haben tief im Gedächtnis einen gemeinsamen Vorrat an Kinderliedern gespeichert. Alle meine Entchen oder Morgen kommt der Weihnachtsmann kennt jede und jeder. Nehmen wir als Beispiel Lisa, 8 Jahre alt. Wir sagen ihr:„Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne beginnt mit La, versuch es mal auf tabDo zu spielen.“ Lisa wird die Töne „zusammen suchen“ und in Read more [...]

Von der Gestalt-Wahrnehmung zur Solmisation

Die Klasse hat in den letzten Monaten die acht Lieder A, B, ... H gelernt. Die Lehrerin klatscht den Rhythmus des Liedes G – und schon nach Sekunden gehen die Finger hoch, die Kinder haben aus dem Rhythmus heraus das Lied erkannt. Das scheint nicht schwer zu sein und man muß das auch nicht extra üben. Wieso können die Kinder das? Die GESTALT der Melodie ist so charakteristisch, daß das Lied allein über die Komponente Rhythmus leicht erkannt wird. Es ist nicht üblich, dieselbe Übung auch Read more [...]

Goethe, die Kinder und die Solmisation

„Es hört doch jeder nur, was er versteht“ sagt Goethe in Maximen und Reflexionen.Was meint er damit? Akustisch hören wir auch das, was wir nicht verstehen. Aber wenn wir eine Aneinanderreihung von Tönen als Melodie hören, dann haben wir etwas verstanden. Dieses Verstehen baut sich im Kindesalter über die Kinderlieder auf. Und wenn die Pädagogik daran anknüpfend die Wahrnehmung schärft und schult, dann baut sich  Wissen und Verstehen auf und öffnet unseren „Hörkanal“ für immer Read more [...]